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Teamstrategien: Positiontrading

Meine Trading-Regeln und ein paar allgemeine Anmerkungen dazu

Stand


  • Hinweis: Die hier vorgestellte Fassung ist eine Weiterentwicklung. Sie wurde von mir schon in früherer Versionen veröffentlicht.
  • Stand: V. 1.3 (2.4.2010)


Hilfsmittel/Tools

Ein von mir selbst entwickeltes Trading-Journal inkl. Risikokontrolle und Positionsgrößenberechnung für Hebelprodukte (CFDs, Futures, Scheine, etc.) ist im Bereich Software downloadbar (man kann es aber auch für “normale Aktien” einsetzen, wenn man Hebel = 1 setzt). Dort ebenfalls findet sich auch ein Erwartungswertrechner, mit dem man seinen Erwartungswert an G/V für einen gegebenen Zeitraum berechnen lassen kann, das “R”-Wartungswerttool. Auch dieses Tool ist gratis und wird von mir wie das Trading-Journal weiterentwickelt.

Trading-Philosophie/Sichtweise und Anmerkungen


Die Zukunft vorhersagen?


  • Ich kann, wie jeder andere auch, keine Zukunft vorhersagen, insbesondere keine Kursverläufe. Allerdings gibt es Muster, Bewegungen, Anzeichen und Hinweise im Chart, die man mit entsprechender Erfahrung entdecken und interpretieren kann. Diese haben sich in der Vergangenheit als geeignete Indikationen erwiesen, um die Richtung des weiteren Kursverlaufs “grob” zu prognostizieren und zwar mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit (!). Warum das so ist? Dazu bitte die Literatur lesen, nur ganz kurz: da Kursverläufe menschliches Massenverhalten, insbesondere die beiden Extreme Angst und Gier, ständig widerspiegeln. Da sich menschliches Verhalten, insbesonderne in Gruppen und Massen, über die Zeit hinweg gar nicht bis sehr wenig ändert, eignet es sich besonders gut um daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen und hier: einen gewissen Kursverlauf in der Zukunft anzunehmen (!) (nicht: zu kennen). Menschliches Individualverhalten daegegen ist stets schwierig bis gar nicht vorhersehbar. Da aber an der Börse immer die dominierende Masse (also v.a. die Bullen und die Bären, je nach Marktlage) die Richtung vorgibt, besteht die Fertigkeit im Lesen der Charts v.a. darin, die Hauptbewegung (“Trend”) zu erkennen und danach zu traden (dies gilt für mich als Trendfolger, es gibt andere Ansichten und Methodiken, die ebenfalls funktionieren). Trends laufen in großen Wellen, die in kleinere Wellen zerfallen, die wiederum aus kleineren Wellen bestehen (ohne jetzt tiefer in die sog. Elliot-Wellen-Theorie einzugehen, s. Literatur). Schwierig in der technischen Analyse ist es immer, eine temporäre Konsolidierung in einem Primärtrend von einer Trendwende unterscheiden zu können. Dazu gibt es Hilfsmittel, die einen unterstützen.

Die Technische Analyse (TA) und warum sie meiner Meinung nach funktioniert


  • Der Hauptgrund, warum die technische Analyse meiner Meinung nach funktioniert, liegt in dem – oft von Fundamentalanalysten gegannnten Kritikpunkt – “Self-fullfilling Prophecy”. Ich sehe dies als einen der ganz großen Vorteile der TA: Wenn viele das gleiche Muster, Welle, Formation, Unterstützung/Widerstand, etc. im Chart sehen, werden sie auch gleich handeln, weil sie es so kennen und sie damit “gute” Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht haben. Zwar nicht immer und auch nicht immer gleich zuverlässig, aber mit einer gewissen positiven Erwartung (Wahrscheinlichkeitsannahme).
  • Alles in der technischen Analyse basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Man darf nie den Fehler begehen und so etwas wie “Sicherheit” oder “Gewissheit” für einen Kursverlauf annehmen. Man muss sich stets bewusst sein, dass man IMMER mit Wahrscheinlichkeiten operiert. Daher kann es mE NIE einen “sicheren” oder “100%” Trade geben. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich NIE das Risiko pro Trade über einen vorher festgelegten Schwellenwert (meist 1-2%) steigern würde, denn kein einziger Trade verdient die Eigenschaft “sicher”. Durch die Verwendung eines Trading-Systems mit einem positiven Erwartungswert (z.B. durch Limitierung aller Trades auf ein CRV größer 2), das konsequent und dauerhaft angewendet wird, wird man einen positiven Gesamt-Gewinn anstatt Verlust erwirtschaften müssen. Voraussetzungen sind u.a., dass man sein System nach ein paar Verlusttrades nicht grundlegend umschmeisst, es einen positiven Erwartungswert hat und man sich an seine eigenen Regeln, insbesondere ohne Ausnahme (!) an sein Risiko-/Moneymanagement-System hält (dazu weiter unten noch mehr).

Technische Analyse (TA) vs. Fundamentale Analyse (FA)


  • In erster Linie bin ich Charttechniker, d.h. ich ermittle Tradegelegenheiten aus dem Chart. Allerdings lasse ich die fundamentalen Daten nicht komplett außer acht. So kann es passieren, dass ich trotz charttechnisch aussichtsreicher Einstiegsmöglichkeit nicht in den Trade einsteige, weil mir der Wert fundamental zu “stark” ist. Das wird zwar nicht sehr oft vorkommen, kann aber geschehen.
  • Ich verwende bei den Aktienkandidaten gerne das System der relativen Stärke: Relativ starke Werte werden bevorzugt Long gehandelt, relativ schwache bevorzugt Short. Auch dies nicht immer 100%ig, aber tendenziell.

News/externe Faktoren im Markt


  • Auch die TA ist nicht allmächtig und arbeitet nicht immer gleich gut. Es gibt Phasen oder Zeitpunkte am Markt, wo eine TA nicht weiterhelfen kann. Insbesondere bei allen externen “Störfaktoren” wie Terroranschlag, Leitzinsveränderungen der Notenbanken (die gabs im letzten Jahr en masse), Regierungskrisen, allgemein: marktübergreifende/-beeinflussende Faktoren oder sonstige überraschende Nachrichten, die meist nicht vorhersehbar sind. Im kleineren Stil sind Quartalszahlen, Übernahmeankündigungen oder -gerüchte bei Aktienunternehmen, Fusionen, Gewinnwarnungen, etc. zu nennen. Diese Nachrichten, die sich natürlich auf die Kurse auswirken, sind meist mit dem Chartverlauf nicht antizipierbar. Das ist nicht weiter besorgniserregend, man muss es nur wissen und einkalkulieren. Ich selbst verwende bei allen Trades einen Sicherheitspuffer für genau solche News, die z.B. gaps (Kurslücken) gegen meine Position produzieren können. Ich kalkuliere somit bei allen Trades einen Risikozuschlag mit ein, von dem ich ausgehe, dass er im Einzelfall für einige wenige Trades ausreichen wird. Zudem versuche ich, möglichst eine ausgewogene Long-/Shortquote zu erreichen (i.d.R. 50/50%). Dies kann sich in extremen Marktphasen ändern, ich werde sie dann versuchen ggf. dem aktuellen Marktumfeld anzupassen.
  • Noch etwas zu den Nachrichten/externen Störungen: An der Börse werden immer Erwartungen gehandelt, daher kann z.B. die Meldung von Quartalszahlen den Kurs sowohl in die eine oder andere Richtung bewegen. Dies ist nicht deterministisch. Wenn in der einen Situation Erwartungen (über)erfüllt werden, kann dies den Kurs nach oben treiben, in einem anderen Fall nach unten. Es gibt Spezialisten, die anhand des Inhalts der Nachricht o.ä. mehr herauslesen können, für mein Trading ignoriere ich solche Meldungen. Selbst wenn ich eine Vorahnung davon haben sollte, wo der Kurs bei Herausgabe der Nachricht hinlaufen könnte, werde ich so gut wie nie nur daraus einen Trade eingehen, sondern ggf. eher abwarten, wenn ich nicht schon investiert bin. In den allermeisten Fällen antizipiere ich also News/Meldungen nicht und reagiere nur charttechnisch darauf, da der Kursverlauf die Auswirkung direkt anzeigt. Daher ist es mir auch meist ziemlich egal, ob Quartalszahlen anstehen oder nicht und wie diese ausfallen. Die Reaktion der Marktteilnehmer sehe ich sofort und direkt im Chart. Lediglich marktübergreifende Nachrichten wie z.B. Notenbank-Leitzinsänderungen beachte ich. Allerdings heisst das nicht, dass ich z.B. aus meinen Positionen deswegen vorher gesamthaft aussteige und ggf. danach wieder einsteige… alleine schon wegen dem Aufwand und den Transaktionskosten nicht.

Die Trefferquote (TQ)


  • Sie alleine sagt gar nichts über den dauerhaften Erfolg eines Systems aus, wie man u.a. in der Literatur nachlesen kann. Relevant für einen dauerhaften Erfolg des eigenen Handelssystems ist ein (möglichst großer) positiver Erwartungswert des Systems, nicht die Trefferqoute als ein Faktor davon.
  • Mit dem Trading-Journal lassen sich solche Kennzahlen wie die TQ und noch viele weitere übrigens automatisch berechnen und auswerten.

Umgang mit Verlusten/Gewinnen


  • Wenn ein Trade ein Verlusttrade sein sollte, wird mich das in keinster Weise für folgende Trades beeinflussen (zumindest nicht, wenn diese nicht in der Masse auftreten… ;-) ). Ich weiß, dass ich maximal nur 1% bzw. 2% an Tradingkapital verloren habe (dazu weiter unten mehr) und der nächste Trade wieder ein Gewinner sein kann, aber nicht sein muss. Ein Trade sagt alleine GAR NICHTS über ein System und dessen Performance aus, also mache ich mir über den Ausgang eines Trades auch keine größeren Gedanken, sowohl über Gewinner als auch über Verlierer. Ich “glaube” an mein Handelssystem, habe es bereits im Einsatz und versuche, es zu verbessern, aber nicht hektisch überzuoptimieren. Ich werde mein “System” nicht aufgeben, nur weil ich ein paar Verlusttrades erlitten habe. Ich weiß, dass der positive Erwartungswert des Handelssystems nur dann aufgehen kann, wenn ich es dauerhaft und über einen ausreichend großen Zeitraum (also über viele Trades) konsequent handle.
  • Jeder Trade wird wie ein komplett neuer Trade behandelt, d.h. es gibt keine Beziehung zu den vorherigen, auch nicht wenn der gleiche Wert erneut gehandelt werden soll. Egal ob der vorherige Trade ein Gewinner, Verlierer oder Break-Even-Trade war, das spielt für den aktuellen Trade keine Rolle. Trades sind nicht voneinander abhängig. Sie stehen in keinerlei Beziehung zueinander. Die Gesamtmarktlage wird allerdings berücksichtigt, z.B. anhand der Indizes. Ein Trade kann u.a. mit Gewinn, Verlust oder mehr oder minder Break-Even enden. Sollte der Trade ein Verlusttrade sein, werde ich ihn genauso mental abhaken wie einen Gewinnertrade. Es spielt keine Rolle. Das Ergebnis bzw. die Performance aller Trades zusammen bzw. über einen gewissen statistisch signifikaten Zeitraum ist relevant, nicht der einzelne Trade. Sofern man sich dies einmal klargemacht hat, sollten z.B. Enttäuschungen über einzelne Trades anders wie bisher gesehen werden können.
  • Ich habe mir angewöhnt, während eines Trades nur auf den Chart zu schauen und mir nicht mal den aktuellen Verlust/Gewinn im Trade anzusehen. Erst bei Schließen des Trades wird das finanzielle Ergebnis feststehen, es hat also keinen Sinn, sich vorher darüber Gedanken zu machen. Zudem entgeht man so der psychologischen Falle, dass man angelaufene kleinere Gewinne eher mitnimmt, was ich als Hindernis zu profitablen Gewinnern ansehe.
  • Ich weiß jederzeit, dass ich das maximal vorher berechnete Einzelpositionsrisiko im Trade verlieren kann und keinen Euro mehr. Es gibt also kaum Gründe, warum man an einem laufenden Trade “herumdoktern” sollte. Seltene Ausnahmen davon sind weiter unten genannt.

Verantwortung übernehmen und Overtrading


  • Ich trade und nur ich selbst bin für das Ergebnis eines Trades verantwortlich. Weder der Markt, die Analysten, die Notenbank, die Regierung oder sonstwer. Es kann natürlich vorkommen, dass diese externen “Störquellen” Trades zerstören, aber das ist Teil des Spiels und man kann i.d.R. NICHTS dagegen unternehmen. Es ist einfach ein Risiko unter vielen, das man als Trader zu tragen hat. Psychologisch ist es sehr schwierig, wenn man “gut” tradet, aber durch externe Störquellen finanziell nicht dafür belohnt oder gar abgestraft wird. Damit muss man versuchen umzugehen. Eine Auszeit über einen gewissen Zeitraum wäre ggf. auch nicht das Schlechteste, wenn der Markt wieder mal “völlig verrückt” spielt (und man entsprechende Verlustphasen erlebt hat). Man muss einfach erkennen, dass man in bestimmten Marktphasen besser traden kann als in anderen. In einigen Phasen funktioniert das eigene System einfach besser als in anderen. In manchen wird es gar nicht oder nur schlecht funktionieren. Dann sollte man dies akzeptieren und, wenn es sich nicht an die Marktphase sinnvoll anpassen lässt, auch das Trading vorübergehend einstellen. Man muss nicht ständig traden, um als Trader erfolgreich zu sein. Es macht überhaupt nichts, wenn man manche Phasen einfach auslässt. Man sollte nicht dem Irrglauben anhängen, dass man “etwas verpasst”, wenn man nicht dabei ist. Es gibt jeden Tag aufs Neue so viele Trademöglichkeiten, dass man sie überhaupt nicht alle wahrnehmen könnte, selbst wenn man 24h vor dem Rechner sitzen würde. Es ist auch überhaupt nicht notwendig.
  • Speziell zum Overtrading: Ich versuche, eine überschaubare Anzahl an Titeln jeweils gleichzeitig im Trading-Depot zu halten. Dies ist mir in der Vergangenheit nicht immer gelungen. Aber ich werde versuchen, ein Overtrading zu vermeiden und mich auf die besonders aussichtsreichen Titel zu konzentrieren. Bei der Menge an ständig beobachteten Titeln ist es keine Schwierigkeit, genügend Kandidaten zu ermitteln, die einen Trade wert sind.

Ein Wort zur Disziplin


  • Disziplin ist eine besonders wichtige Charaktereigenschaft fürs Trading. Um diszipiliniert traden zu können, braucht es u.a. eines “ausgewogenen” Geisteszustandes, sprich: Ausgeglichenheit. Wenn man sich in einer “emotional aufgeheizten” Phase befindet, sollte man mE nicht traden. Ebenso, wenn man sich selbst oder andere einen in irgendeiner Art und Weise unter (Erfolgs-)druck setzt/en. Fürs Trading braucht man einen klaren Kopf. Alles, was davon abhält, kann nicht gut für das Tradingergebnis sein, also sollte man den Störfaktor abstellen oder das Traden vorübergehend einstellen.

Orders


  • In fast allen Fällen werde ich per Limitorder in einen Trade einsteigen. Market-Orders werden nur in besonderen Fällen eingesetzt, meist nur zum schnellen Ausstieg. Der Ausstieg wird meist über Stopps oder Limit-Orders erfolgen, auch dort nur in Ausnahmen über Market-Orders. Falls ich über eine Market-Order ein- oder aussteige, deutet das eher auf eine impulsive Handlung hin, die ich eigentlich vermeiden will und die diskussionswürdig ist… ;-)

Handelsstrategien: Ein- und Ausstiege


  • Als Ein- und Ausstiegsstrategien werden verschiedene diskretionäre Handelsstrategien verwendet. Sprich: Ich werde nach verschiedenen bewährten Setups handeln, aber nicht notwendigerweise immer nach der gleichen. Ich selbst verwende oft verschiedene Handelsstrategien und lege mich selbst nicht auf 1-2 fest. Ich verwende ebenfalls verschiedene Ausstiegsstrategien.
  • Zu meinen Ausstiegsstrategien gehört auch, dass ich teilweise aus Trades wieder ausstiege, wenn sie sich nicht so entwickeln, wie ich mir das vorgestellt habe. D.h. ein Trade braucht nicht unbedingt erst gestoppt zu werden, bevor ich aussteige. Wenn ich im Chart Anzeichen dafür erkenne bzw. sie so interpretiere, dass der Trade sich nicht wie geplant entwickelt, steige ich entweder zu Teilen (meist mit der Hälfte) oder gleich ganz aus. Es gilt immer das Prinzip “Safety first”, im übergeordneten Sinn: Kapitalerhalt ist wichtiger als ein möglich entgangener Gewinn. Kapitalerhalt ist sogar eines der wichtigsten Maxime beim Trading, denn ohne Kapital kein Trading mehr.
  • Ganz allgemein wende ich oft Trendfolgestrategien an, d.h. ich versuche, einem Trend bzw. Swing in Primärtrendrichtung zu folgen. Antizyklische Trades, d.h. Trades, die gegen den Primärtrend laufen, gehe ich nur in Ausnahmefällen und unter besonderen Umständen (z.B. weil sie besonders lukrativ sind, sprich: ein hohes CRV haben), ein. Das heisst nicht, dass man damit nicht profitabel handeln könnte, aber ich möchte lieber den (Haupt-)Trend auf meiner Seite haben als gegen mich… ;-)
  • Ebenso ist es möglich, dass ich Teilgewinne realisiere, wenn ich aus dem Chart herausdeute, dass die aktuelle Bewegung vorübergehend keine Kraft mehr hat, um weiter zu laufen und das Erreichen meines Kursziels ggf. gefährdet ist (also ein Momentumverlust droht). Entweder setze ich dann einen entsprechenden Stopp für eine Teilglattstellung (meist die Hälfte) oder ich steige sofort mit einem Teil aus und lasse nur noch den Rest weiterlaufen.
  • Mir ist klar, dass verschiedene Trader verschiedene Ein- und Ausstiegsstrategien anwenden. Ich erhebe daher nicht den Anspruch, dass “meine” Methoden die besten oder auch nur sinnvoll sind. Aus dem Studium verschiedenster Tradingliteratur und aus eigener Erfahrung heraus sind gewisse Strategien/Setups entstanden und bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie recht gut funktionieren, was natürlich nicht heisst, dass man sie nicht weiter verbessern könnte oder sich das noch ändern könnte.
  • Für Einstiegs- und Ausstiegssignale verwende ich v.a. den Kursverlauf, allerdings auch Indikatoren (RSI, langsame Stochastik, MACD Histogramm, Aroon, EMAs, ATR und Bollinger Bänder, alle mit den Standardeinstellungen) und das Volumen. Nie würde ich alleine aus Indikatorsignalen in einen Trade einsteigen, diese unterstützen lediglich die Analyse der Kursverläufe und geben weitere Hinweise. Divergenzen (Abweichungen) in den Indikatoren zum Kurs (v.a. bei MACD und RSI und dort v.a. im Wochenchart) werden berücksichtigt und haben ggf. Einfluss auf einen Ein- bzw. Ausstieg.
  • Trades werden nach Möglichkeit in “ruhigen” Marktphasen eingegangen, also dann, wenn die Volatilität nicht zu hoch ist. Ebenso der Ausstieg. Dies wird nicht immer möglich sein, v.a. bei den gestoppten Trades.
  • Man sollte nicht den Markt zu “jagen”. Wenn der Kurs “davonläuft”, werde ich den Trade dann ggf. nicht mehr eingehen, abhängig vom aktuellen CRV und meiner Einschätzung. Ich versuche generell, möglichst mit sog. “Abstauberkursen” in einen Trade zu kommen (allerdings darf man auch nicht zu geizig sein, das wäre kontraproduktiv). Grund des Abstauberlimits: Falls der Kurs sich negativ entwickelt, habe ich noch etwas mehr Puffer als üblich, bevor ich aus dem Trade aussteigen muss. Zudem ist das CRV dann höher, also die Chance des Gewinns größer. Dadurch können Trades nicht zustande kommen, da mein Limit (i.d.R. gehe ich fast immer per Limit in einen Trade, s.o.) nicht erreicht wird. Das ist mir allerdings nicht wichtig, ich habe dann zwar die Analyse gemacht und profitiere nicht davon, aber der nächste Trade wartet ja schon an anderer Stelle. Und ggf. ergibt sich später nochmals die Gelegenheit für einen Einstieg. Meiner Beobachtung zufolge treten sehr häufig sog. Pullbacks auf, die man nutzen kann.


    Es wird versucht, Einstiegssignale möglichst bestätigen zu lassen, selbst wenn dadurch ein sinnvoller Trade nicht mehr möglich sein sollte. In einem Spiel der Wahrscheinlichkeiten ist die Bestätigung einer Annahme ein gewichtiges Argument… ;-) Ganz allgemein will ich das handeln, was im Chart zu erkennen ist und nicht das, was ich sehen will, aber bisher (noch) nicht eingetreten ist.
  • Jeder Trade hat einen vollständigen Tradeplan, d.h. einen Einstieg, Stopp, Kursziel (ggf. Unter-Kursziele), ggf. Zeitrahmen, Tradeidee zum Ein- und Ausstieg, etc. Ein Trade ohne Stopp und/oder Kursziel ist nicht möglich.
  • Wiedereinstieg in Trades/Re-Entry: Sollte ich aus einem Trade unglücklich ausgestoppt werden oder selbst durch falsche Interpretation des Kursverlaufs ausgestiegen sein, der Kurs sich danach aber wie erwartet verhalten, steige ich ggf. erneut in den Trade ein, wenn sich dazu eine passende Gelegenheit ergibt. Zwingend ist ein sog. Re-Entry aber nicht. In der Praxis kommt er bisher kaum vor.

Stopps


  • Stopps zu setzen ist eine Kunst für sich und es bedarf wohl jahrelanger Erfahrung, sie “richtig” zu setzen, wenn es sowas wie “richtig” überhaupt gibt. Ich richte mich bei meiner Stoppsetzung meist nach charttechnischen Begebenheiten wie Widerstände/Unterstützungen (dazu gehören auch die exponentiell gleitenden Durchschnitte mit den Perioden 50 und 200 im Tageschart), Trendlinien/-kanälen, Überkauft-/Überverkauftzonen in bestimmten Indikatoren (RSI, langsame Stochastik, MACD Histogramm, Aroon), Volatilität (durch den Einsatz der Standard-Bollingerbänder, ATR, etc.). Dazu wird meist ein Puffer von 10-20% addiert/subtrahiert, v.a. wenn die markanten Punkte im Chart (z.B. eine auffällige Widerstandslinie) offensichtlich sind. Grund: Ich will nicht, dass mein Stopp “abgefischt” wird, was sehr häufig bei zu engen Stopps versucht wird. Ein zu weiter Stopp ist aber auch kontraproduktiv, denn er schränkt das CRV und damit den potentiellen Nutzen des Trades ein.
  • Sobald der Stopp (und das Kursziel) gesetzt ist, kann ich darauf aufbauend meine Positionsgröße anhand des Einzelpositionsrisikos und des CRVs berechnen.

  • Den Stopp setze ich möglichst so, dass ich nicht durch das “Marktrauschen” aus einem Trade ausgestoppt werde. Die initialen Stopps sind möglichst so gesetzt, dass ich aus einem Trade nur dann ausgestoppt werde, wenn sich der Trade charttechnisch definitiv anders entwickelt wie angenommen. Sobald ich das erkenne, steige ich auch früher aus einem Trade aus (s.o.). Ich muss also nicht unbedingt ausgestoppt werden. Wenn ich echte Warnzeichen im Chart erkenne, werde ich auch vor dem eigentlichen Stopp handeln. Ich nehme durchaus kleinere Verluste in Kauf, um größere zu vermeiden.
  • Ich versuche mich bei dem Setzen des Stopps an das Prinzip zu halten, dass ich für den weiteren Kursverlauf den “Weg des geringsten Widerstands” antizipiere. D.h. ich möchte zwischen meinem Einstieg und meinem initialen Stopp möglichst viele Widerstände und mögliche Wendepunkte haben, die einen negativen Kursverlauf ggf. aufhalten können.
  • Die genannte Methodik führt dazu, dass der Stopp manchmal recht weit von dem Einstieg entfernt ist und dadurch das CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) schlechter als ggf. nötig wird. Ich setze die Stopps also eher konservativ und trade generell konservativ anstatt aggressiv. Da das Kursziel sich so gut wie immer aus dem Chart ergibt und dieses nicht einfach verschiebbar ist, wird bei einem weiteren Stopp automatisch das CRV schlechter. Enge Stopps würden übrigens auch automatisch die Trefferquoute (TQ) verringern (s.o.).

    Ich peile Trades mit einem Mindest-CRV von 1,5 an, i.d.R. über 2. Sollte mir ein Trade auch bei einem CRV unter 1,5 oder gar unter 1,0 (dies kann eigentlich nur dann vorkommen, wenn ich einen Einstieg zu spät erkannt habe, aber dennoch “dabei sein will”, was ein Impulstrade ist, den ich vermeiden will…) besonders aussichtsreich erscheinen, werde ich auch diesen eingehen, auch wenn ich mir das dann 3x überlegen werde. Ich werde mich also nicht sklavisch an ein Minimum-CRV halten, allerdings versuchen, den Trade mit dem jeweils maximalen CRV einzugehen. Dabei gehe ich allerdings, wie bei der Stoppsetzung beschrieben, eher konservativ vor, indem ich die Stopps “ausreichend weit” vom Einstieg entferne (Gründe s.o.). Wenn das CRV für einen Trade zu schlecht in Bezug zum Risiko sein sollte, werde ich den Trade dann ggf. nicht eingehen.

  • Sollte ich mir nicht sicher sein, ob ich noch zu einem bestimmten Kurs in den Trade komme, verwende ich ggf. auch 2 Entry-Trigger und teile das Risiko unter diesen auf.
  • Gewinnstopps sind anders als Verlust-Stopps (der initiale Stopp) zu behandeln, Details dazu s.u.!
  • Weitere Ausführungen zu Stopps bzgl. Risiko und der Nachziehens sind weiter unten genannt.

Pyramidisieren / laufende Positionen verstärken


  • In bestimmten Fällen werde ich versuchen, eine sich schon im Gewinn befindende Position auszubauen (zu pyramidisieren). Dabei “riskiere” ich quasi einen Teil des bisher angelaufenen (virtuellen) Gewinns, um erneut in einen Trade einzusteigen. I.d.R. wird dies v.a. bei langlaufenden Trendfolgestrategien funktionieren. Auch bei dieser Methode werde ich das Maximalrisiko von 1 R einhalten. Es ist vorgesehen, Nachkäufe immer zu höheren Kursen (bei Longs) bzw. zu niedrigeren Kursen (bei Shorts) durchzuführen, also nur dann zu pyramidisieren, wenn die Position bereits in meine Richtung gelaufen ist. Nur in seltenen Fällen ist ein Nachkauf zu “besseren” Kursen als der initiale Kauf/Verkauf überhaupt erlaubt. Dann allerdings nie, um die Position zu verbilligen, sondern um ggf. gestaffelt bei unsicherer Chartlage in einen Trade einzusteigen (s. Ausführungen oben).
  • Wenn ich pyramidisiere, dann kaufe ich erst eine volle Position, dann eine halbe und ggf. noch eine halbe oder ein Viertel. Die Einsätze werden also immer geringer. Grund: Ich pyramidisiere nur dann, wenn die Position bereits in meine Richtung gelaufen ist. Sollte dies der Fall sein, dann ist der größere Teil der Position bereits im Gewinn, also kann ich einen kleineren Anteil davon erneut riskieren und der größere Teil ist ja bereits investiert.

Risiko


  • Risikokontrolle: Jeder Trade wird im Rahmen des vorgegebenen Money-/Risikomanagements getradet, d.h. es wird eine feste Einzelpositionsgröße und das maximale Risiko pro Trade festgelegt (für Van Tharp Anhänger (bitte dort nachlesen): Risiko pro Trade = 1 R). Davon gibt es keine Ausnahme. Es kann allerdings sein, dass ich gestaffelt in Trades einsteige, z.B. weil ich annehme, dass ich eigentlich bei dem Trade dabei sein will, aber nicht weiß, ob es noch eine bessere Einstiegsmöglichkeit geben wird. Dann würde ich eine erste Position mit 1/2 R Risiko kaufen und eine weitere später zu ebenso 1/2 R. So gehe ich beim ersten Trade nicht gleich 1 R Risiko ein.
  • Einen strikten Zeitstopp verwende ich i.d.R. nicht, allerdings werde ich ggf. auch Positionen (teil-)auflösen, wenn sich im Wert nichts bewegt (s. dazu die Anm. weiter oben). Ich versuche zum bestmöglichen Zeitpunkt in einen Trade einzusteigen und gehe davon aus, dass sich der Wert dann auch umgehend in die erwartete Richtung bewegt. Sollte er dies nicht tun, werde ich i.d.R. dem Wert noch “etwas” Zeit geben, allerdings nicht übermäßig. Entweder werde ich dann einen Teilausstieg durchführen oder ganz aus der Position herausgehen.

  • Falls mir der übergeordnete Markt oder Index besonders “impulsiv” oder “unberechenbar” vorkommt, werde ich ggf. auch die Positionsgröße reduzieren und nur mit 1/2 R in einen Trade einsteigen. Das sollte nicht die Regel sein, kann aber vorkommen. Ich habe selbst noch keine ausreichend großen Erfahrungen damit gemacht, ob dieses Vorgehen effektiv ist oder nicht. Ich werde also die Situation des Gesamtmarkts berücksichtigen, wobei dies recht subjektiv erfolgen kann. Eigentlich will ich mich bei einzelnen Aktien-Trades nicht vom DAX und Co. leiten lassen, aber es kann durchaus einmal vorkommen, dass ich Trades nicht eingehe oder die Positionsgröße in Ausnahmen reduziere, wenn mir der Markt gerade richtig “unberechenbar” vorkommt. Das Risiko erhöhen (also über 1 R hinaus) kommt NIE vor.
  • Für alle Trades gilt: 1 R = 1% des initialen Tradingkapitals (in unsicheren Zeiten), das auf max. 2% ansteigen kann.
  • Das Tradingkapital wird ich einfachhalber monatsweise nach Verlauf der Trades angepasst, innerhalb eines Monats bleibt es gleich. Sollte ein (starker) Drawdown auftreten, werde ich mir bei Gelegenheit dann darüber Gedanken machen, wie weiterverfahren wird. Ein explizites Verlustlimit pro Monat o.ä. habe ich nicht festgelegt.
  • Das Gesamtrisiko aufs Tradingkapital aller laufenden UND geplanten Positionen liegt in meinem eigenen Handelkonto bei max. 15%, das allerdings bisher nie ausgeschöpft wurde. Bei schwierigeren Märkten werde ich das Gesamtrisiko reduzieren und ggf. weniger investiert sein. Sollten die 15% Risiko voll ausgeschöpft werden, werde ich erst dann einen neuen Trade eingehen, wenn sich durch Auflösung von Trades oder Risikoreduzierung durch Nachziehen von Stopps das Gesamtrisiko entsprechend reduziert. Das Trading-Journal berechnet mir jederzeit das Gesamtrisiko, so dass ich diese Angaben stets ermitteln kann.
  • Stopps werden nachgezogen, sobald sich der Trade wie erwartet entwickelt. Eine genaue Strategie dazu gibt es nicht, nur eine grobe Vorgehensweise: je näher sich der Kurs dem Kursziel annähert, desto aggressiver wird der Stopp nachgezogen (Gewinnstopp). D.h. am Anfang eines Trades wird der Stopp eher unverändert bleiben oder sich nur minimal bewegen. Sollte der Trade bereits 1 R verdient haben, werde ich in den allermeisten Fällen versuchen, den Stopp mindestens auf Break-Even Niveau oder besser nachzuziehen, wenn dies charttechnisch zulässig ist. Dann möchte ich mit dem Trade auf jeden Fall kein Geld mehr verlieren. Es werden also Verlust-/Risiko- von Gewinnstopps unterschieden und unterschiedlich gesetzt. I.d.R. werde ich bei Gewinnstopps versuchen, sie (bei Longs) unter dem letzten Low bzw. (bei Shorts) über das letzte High zu platzieren, wenn dies chartechnisch (auch unter Volatilitätsgesichtspunkten) vertretbar ist.
  • Eine Vergrößerung des initialen Stopps zu Lasten des Trades, also eine Vergrößerung des initialen Risikos, wird zu keiner Zeit vorgenommen und ist ausgeschlossen. Der Stopp kann nur zu Gunsten des Gewinns vorgenommen werden. Alle Stopps werden im System eingegeben und sind negativ nicht mehr verschiebbar (wie eben beschrieben). Nur durch negative gaps (Kurslücken) oder extreme Kurssprünge (die dann überproportional große Slippage-Kosten verursachen können) wäre ein realisierter Einzelpositionsverlust größer als 1 R überhaupt möglich. Durch eine Verrechnung einer gewissen Slippage/gap-Risiko-Prämie pro Trade wird versucht dieses nicht kalkulierbare Risiko auf alle Trades aufzuteilen (s. Anm. oben).
  • Als übergeordnete Richtlinie eines Trades gilt, dass versucht wird, das Risiko überschaubar und kalkulierbar zu halten. Wenn dies bei dem einen oder anderen Trade nicht möglich sein sollte, wird der Trade nicht eingegangen.

[ENDE]

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Disclaimer

Diese vorgestellten Trades stellen wie immer keine Handlungsaufforderung dar! Hinweise und Haftungsausschluss: Wertpapiere und Derivate können zum Totalverlust des gesamten Einsatzes führen. Die hier veröffentlichten Analysen, Marktkommentare, Handelssignale und durchführten Handlungen sind keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten dar. Sämtliche Aktivitäten stellen ausschließlich die persönliche Meinung der Autoren dar und dienen als persönliches Handels-Tagebuchs. DaytradingTeam handelt unabhängig und auf eigenes Risko und hat keinerlei Kompetenzen als Beratungs- oder Finanzdienstleister. (Siehe auch §Haftungsausschluss im Impressum)!
  1. Joe69
    23. Januar 2009, 14:34 | #1

    Hi Marvin,

    schön wieder mal etwas von Dir zu lesen.Auch ein herzliches Dankeschön
    für das Tradingjournal,das ich natürlich auch fleißig anwende!

    Wieder ein hervorragender Text von Dir; klar und verständlich formuliert,alles sehr ausführlich dargelegt.

    Wir könnten fast “Zwillingsbrüder” sein, was die Tradingstrategien, time frames,gehandelte Märkte,das Risiko-und Moneymanagement etc. angeht.

    Laut “Tharp`s Trader Test” bin ich wohl ein “Values-Driven Trader” mit Vorliebe für “low-risk” Strategien ( Prototyp für diesen Tradertypus ist Van K. Tharp selbst).
    Größte Herausforderung für mich und mein Trading ist die Arbeit an den psychologischen Aspekten des Tradings und an meinen Emotionen (soweit dies überhaupt möglich ist). Du scheinst diesbezüglich schon wesentlich weiter zu sein.

    Jedenfalls freue ich mich schon auf Deine “Tradevorstellungen”!

  2. 23. Januar 2009, 20:12 | #2

    Hallo Marvin,

    vielen Dank für diese sehr detailierte und aufschlussreiche Einführung ins Trading. Ich werde hier bestimmt noch einige Male etwas nachlesen.

    Weiter so!

  3. GeDi
    24. Januar 2009, 10:27 | #3

    Hi Marvin,

    das ist ja eine sehr ausführliche Beschreibung und zeugt von einigen Erfahrungen. Besonders die Kapitel “Trefferquote/Umgang mit Verlust/Gewinn” und “Verantwortung übernehmen und Overtrading” haben mir sehr gut gefallen.

    Auffällig war wieder das Thema “Wahrscheinlichkeiten, Sicherheit und Gewissheit”. Ich bin immer erstaunt, wieso das sich die Trader auf ihrer Fahne geschrieben haben!? Wo gibt es das nicht? Das ist in jedem Lebensbereich (Beruf, Hobby, Liebe) so. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich morgen noch den Kunden XY habe? Habe ich die Sicherheit und Gewissheit, dass ich morgen heile irgendwo ankomme. Das ist mir schon in diversen Traderbücher aufgefallen. Wenn ich über Insolvenzmanagement lese, steht nirgendswo, wenn ich diese Firma nach den §§ saniere, dann ist mit einer Wahrscheinlichkeit (und mit Sicherheit und Gewissheit) von XY %, damit zu rechnen, dass… Das es dort auch Wahrscheinlichkeiten gibt, dürfte jedem klar sein.

    Dann hast Du geschrieben, dass Du ein Trendfolger bist. Gleichzeitig hast Du Dir Kurzziele festgelegt. Ist das nicht eher Swingtrading? Bis dahin und dann könnte…. Ein Trendfolger hört doch erst auf, wenn sein Trend (kurz-, oder langfristig) aufhört (definiert nach seinem Indikator oder Chartformation)!?

    Das waren so zwei Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Ich hoffe mit Deiner Erlaubnis, habe ich mir mal den Text kopiert, weil dort wirklich alles drinsteckt, was für das Trading wichtig ist. Da liegt viel Arbeit drin.

    Gruss GeDi

  4. marvin
    24. Januar 2009, 19:22 | #4

    Joe69 :
    Hi Marvin,
    schön wieder mal etwas von Dir zu lesen.Auch ein herzliches Dankeschön für das Tradingjournal,das ich natürlich auch fleißig anwende!

    Danke. Als Info: Ich werde die Tools alle hier auch anbieten und bei Interesse auch gerne mal eine ausführlichere Einführung, ggf. eine FAQ o.ä. dazu schreiben. Inbs. zum Trading-Journal, weil es so komplex ist. Ich habe ja versucht, es noch möglichst intuitiv zu machen, aber irgendwann muss man wegen der Komplexität da gewisse Abstriche machen. ;-)

    Wieder ein hervorragender Text von Dir; klar und verständlich formuliert,alles sehr ausführlich dargelegt.

    Danke.

    Wir könnten fast “Zwillingsbrüder” sein, was die Tradingstrategien, time frames,gehandelte Märkte,das Risiko-und Moneymanagement etc. angeht.
    Laut “Tharp`s Trader Test” bin ich wohl ein “Values-Driven Trader” mit Vorliebe für “low-risk” Strategien ( Prototyp für diesen Tradertypus ist Van K. Tharp selbst).

    Den Test habe ich noch gar nicht gemacht. Gibts den irgendwo online?

    Größte Herausforderung für mich und mein Trading ist die Arbeit an den psychologischen Aspekten des Tradings und an meinen Emotionen (soweit dies überhaupt möglich ist). Du scheinst diesbezüglich schon wesentlich weiter zu sein.
    Jedenfalls freue ich mich schon auf Deine “Tradevorstellungen”!

    Ich versuche, meine “Psyche unter Kontrolle zu halten”, d.h. mich an meine Regeln zu halten. Auch mir gelingt das nicht immer, aber wenn eine “gute Anlage” fürs Trading habe, dann ist es Disziplin. Also hoffe ich, dass ich diese Eigenschaft auch nutzen werde.

    Grüsse
    Marvin

  5. marvin
    24. Januar 2009, 19:38 | #5

    GeDi :
    Hi Marvin,
    das ist ja eine sehr ausführliche Beschreibung und zeugt von einigen Erfahrungen. Besonders die Kapitel “Trefferquote/Umgang mit Verlust/Gewinn” und “Verantwortung übernehmen und Overtrading” haben mir sehr gut gefallen.

    Danke, kann man aber sicher noch erweitern mit der Zeit.

    Dann hast Du geschrieben, dass Du ein Trendfolger bist. Gleichzeitig hast Du Dir Kurzziele festgelegt. Ist das nicht eher Swingtrading? Bis dahin und dann könnte…. Ein Trendfolger hört doch erst auf, wenn sein Trend (kurz-, oder langfristig) aufhört (definiert nach seinem Indikator oder Chartformation)!?

    Nun, dann war der klass. Trendfolger die falsche Bezeichnung. Gemeint war, dass ich Trends folge, nicht unbedingt aber monate- oder gar jahrelang. Kann sein, dass man darunter eher die klass. Trendfolger zusammenfasst. Dann wäre die Angabe eines Kursziels natürlich sinnlos, denn der Trendfolger folgt dem Trend ja solange, bis er bricht. So weiß er beim Entry auch nicht, wann dieser endet. Und (primäre) Trends können richtig lange laufen…
    Was ich u.a. trade sind sekundäre Trends bzw. einzelne Swings/Wellen. Ein Swingtrader ist meines Wissens aber jemand, der im kurzen Zeitfenster (mehrere Stunden bis wenige Tage) den Wellen bzw. Bewegungen mit kurzfristig hohem Momemantum folgt. Im Prinzip hatte ich das auf dem Tageschart (also in der etwas größeren Zeitebene als der typische Swingtrader) letztes Jahr getan, habe damit, wohl auch wegen der hohen Vola, aber eher schlechte Erfahrungen gemacht. Daher bin ich b.a.w. auf den Wochenchart gewechselt. Ich handle aber nicht nur diese Swings, sondern auch andere Muster wie z.B. False Breaks, Abpraller, etc. Sie alle generieren natürlich im Prinzip Wellen/Swings, nur weiß ich nicht, ob man sie so bezeichnen sollte…
    Also kurz zusammengefasst: Ich trade gerne kürzere Trends mit hohem Momentum in verschiedensten Formen und Ausprägungen. Im Wochenchart dauern diese Trends dann eben etwas länger. Wenn das zu verwirrend klingt, muss man meine vorgestellten Trades abwarten, vielleicht wirds dann klarer… ;-) Daher kann ich leider auch nicht “meine” Einstiegsstrategien exakt beschreiben.

    Das waren so zwei Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Ich hoffe mit Deiner Erlaubnis, habe ich mir mal den Text kopiert, weil dort wirklich alles drinsteckt, was für das Trading wichtig ist. Da liegt viel Arbeit drin.
    Gruss GeDi

    Danke. Ja, mach ruhig. Wäre nett, wenn Du dann den Autor bzw. die Quelle (also das Blog hier) angeben würdest, wenn es woanders veröffentlicht werden sollte. Hier werden dann ja auch Updates zu meiner Trading-Sicht erscheinen.

    Grüsse
    Marvin

  6. GeDi
    24. Januar 2009, 20:40 | #6

    “Ja, mach ruhig. Wäre nett, wenn Du dann den Autor bzw. die Quelle (also das Blog hier) angeben würdest, wenn es woanders veröffentlicht werden sollte.”
    Ja, klar mach ich.

    Gruss GeDi

  7. Joe69
    24. Januar 2009, 21:21 | #7

    Hallo Marvin,

    den Test kannst Du auf “www.tharptradertest.com” machen.
    Dauert nur ein paar Minuten, die Fragen zum Trading und auch allgemeine
    Fragen zu beantworten. Das Testergebnis kann natürlich nur Tendenzen
    aufzeigen, trotzdem war ich überrascht wie gut mein Charakter,Stärken und
    Schwächen doch getroffen wurden.

    Gruss
    Joe69

  8. Spice
    8. März 2009, 22:04 | #8

    Was ist mit dem “Actual Money at Work”?
    Also das Geld, was gerade in Tradingpositionen steckt.

    Gibt es da eine %-Zahl, wieviel vom Depotwert max. angefasst wird?

  9. marvin
    9. März 2009, 20:59 | #9

    @Spice
    Hi Spice!

    Meintest Du das aktuell investierte Kapital?

    Wenn ja: Ich selbst lege für mein Trading je nach aktueller Marktlage und Tradingerfolg eine Obergrenze fest, die aktuell bei 15% liegt. D.h. das Gesamtrisiko alle offenen Positionen beträgt max. 15% aufs Tradingkapital. Das Risiko kann z.B. durch Nachziehen von Stopps verringert und durch neue Trades vergrößert werden. Sollten alle aktuellen Trades auf einmal ausgestoppt werden, sind damit max. 15% vom Trading-Kapital verloren, sofern man voll investiert ist.

    Natürlich kann man die Zahl individuell festlegen. Im TradingJournal ist dieser Schwellenwert im ersten Reiter (“Daten”) festlegbar und auf dem Reiter “Statistik_laufendeTrades” kann man sich ansehen, ob man sich aktuell auch daran hält, d.h. wieviel Spielraum man noch für neue Trades hat.

    Grüsse
    Marvin

  10. Spice
    10. März 2009, 23:13 | #10

    Also du hast “Total Actual Risk” beschrieben
    (sorry für das viele englisch, ich habe zuviel englische Seiten in den letzten Seiten gelesen :-/ )

    Es gibt Initial Risk (das Risiko beim Start der Positionen).
    Es gibt Actual Risk (das durch Stopps angepasste Risiko, bei dir 15%.

    Wenn meine Positionen nun gut laufen sollten und die Stopps alle ein gutes Stück nachgezogen worden sind, dann kann ich ja immer weiter neue Trades eingehen…
    bis ich am Ende 100% meines Kontos in Tradepositionen gesteckt habe.

    Mit “Actual Money at Work” mein ich also die Höhe aller Positionen.
    Im Extremfall also 100% investiert.

    Im letzten Jahr neigt der Markt ja dazu, mit Extremen GAPs zu eröffnen.
    Dahr die Frage, ob dieser Wert auch in dein Risikomanagement einfliesst oder ob du zurzeit einen CAP, also eine Obergrenze hast.

  11. marvin
    10. März 2009, 23:34 | #11

    @Spice
    Hi Spice!

    Wenn man keine Stopps im TJ nachziehen würde, würde gelten: Initial Risk = Actual Risk.

    “dann kann ich ja immer weiter neue Trades eingehen… bis ich am Ende 100% meines Kontos in Tradepositionen gesteckt habe.”

    Theoretisch ja, praktisch dürfte das nicht möglich sein. Bei Hebelprodukten wie CFDs, Futures, KO-Scheine, etc. kann man natürlich seine ganze Margin “restlos” ausreizen, ist aber nicht sinnvoll. Dafür gibts bisher im TJ keine Obergrenze, es zählt halt der gesunde Menschenverstand… ;-)
    Wichtiger als die investierte Summe ist auf jeden Fall das Actual Risk. Und sollte dies, wie bei mir beschrieben, begrenzt sein, wirst Du nicht sinnvoll (!) in der Lage sein, mehr Kapital in neue Trades zu stecken als der Schwellenwert an Risiko zulässt. Wenn alle Deine Positionen super laufen würden (unwahrscheinlich), dann könntest Du theoretisch immer mehr Kapital in neue Trades stecken. Ist aber nicht sinnvoll, wie ich schon beschrieben habe. Alleine schon deswegen nicht, weil sich bei laufenden Positionen auch die Margin durch die Größe der Einzelpositionen ändert und zwar bei positiv laufenden Positionen nach oben. Daher würde ein “Ausreizen” der maximalen Margin erste Zwangsliquidierungen (je nach Broker sind die Schwellenwerte da verschieden) verursachen.

    “Mit “Actual Money at Work” mein ich also die Höhe aller Positionen.
    Im Extremfall also 100% investiert.”

    Die Höhe des gesamten (gehebelten) Kapitals findest Du im TJ auf dem Reiter “Statistik_LaufendePositionen” unter der Rubrik “Bewegtes Kapital”. Solltest Du nur ungehebelte Produkte wie z.B. Aktien verwalten, entspricht diese Angabe genau Deinem investierten Kapital.

    Zu den gaps: Ja, die lassen sich leider nicht vermeiden. Ich setze daher pauschal über alle Trades zusätzliche “Kosten” von 0,1% pro Trade (eingebbar unter Reiter “Daten” bei “weitere Kosten in %”). Das deckt dann einzelne gaps in Trades pauschal ab, generell auch Slippage und andere Kosten, die noch auftreten können. Da in meinen Trades quasi nie Slippage-Kosten auftreten, bedeutet diese Wertangabe in meinen Trades die gap-Gefahr, geschätzt über alle Trades. Ist natürlich ein Näherungswert und bei mir eher zu groß geschätzt als zu tief, aber was solls. Wenn Du sehr oft gaps hast, musst Du den Wert entsprechend hoch ansetzen. Da diese zusätzlichen Kosten bei den Positionsgrößen mitverrechnet werden (kann man eine Zeile weiter oben einstellen), wird dadurch die Positionsgröße pro Trade und damit automatisch das Risiko geringer. Solltest Du zusätzliche Slippage-Kosten haben (z.B. weil Du auf einer viel niedrigeren Zeitebene tradest), dann musst Du Deine (aus Erfahungswerten abgeleiteten) potentiellen gap-Kosten dazuaddieren. Oder Du kannst garantierte Stopps verwenden, dann hat sich das Problem sowieso erledigt. Aber diese kosten meist (aber nicht bei jedem CFD-Broker) zusätzliche Gebühren.

    Grüsse
    Marvin

  12. Spice
    11. März 2009, 09:15 | #12

    http://www.boerse-online.de/shop/moneymanagement/480437.pdf
    (dort auf Seite 2 wird z.B. auch über eine Obergrenze des zu investierenden Kapitals gesprochen. Je nach Börsenlage.
    Dieser Wert ist netürlich hin und wieder zu überprüfen.

    Hat mich intgeressiert, ob du diesem Wert auch mit beobachtet oder nicht so viel Aufmerksamkeit schenkst.
    Danke für die ausführlichen Antworten

    Grüße, Spice

  13. marvin
    2. April 2010, 16:44 | #13

    Habe den Artikel nun aktualisiert und ein paar Sachen korrigiert bzw. gestrichen, die nicht mehr aktuell waren.

    Grüsse
    Marvin

  1. 25. Januar 2009, 18:53 | #1
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